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wie nachhaltig ist der Upcycling-Trend

Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen wie verschiedenste Materialien meist für einen Zweck hergestellt werden: ein einziges Mal eine Funktion zu erfüllen.
Um dann sofort nach Erfüllung des Zwecks auf dem Müll zu landen.

Seien es beispielsweise Einwegpaletten, Verpackungsmaterialien, Folien, Tüten, Dosen, Plastikfalschen und so weiter.
Kein Wunder, dass es mittlerweile einen großen Upcycling-Trend gibt, um aus diesem vielen Abfall neues Wertvolles zu schaffen.

Wir finden Upcycling eine gute Sache.
Weil Du und wir uns dem Problem des Abfalls und der Wegwerfgesellschaft bewusst sind und wir versuchen unseren kleinen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit zu leisten. Weil es eine Idee in die Gesellschaft transportiert, die die Verbesserung von gewissen Standards erfordert und die nach Veränderungen schreit.


Weil wir uns nicht zu Letzt an einem Gegenstand mit Vorleben erfreuen und damit die Idee dahinter sichtbar machen können.

Jedoch kommt es immer auch darauf an, wie sinnvoll ein Material wieder aufbereitet wird, um im Nutzkreislauf zu bleiben. Natürlich spielt auch immer die Perspektive auf das Thema eine Rolle.

Ist es sinnvoll aus Plastikdosen-, Bechern und Flaschen Schmuck, neue Aufbewahrungsmöglichkeiten etc. zu fertigen?

Betrachtet man den Weg der Plastikdose nachdem sie im Abfall gelandet ist, so kommt sie mit allem anderen Abfall auf einen Abfallverwertungshof , wo sie vielleicht sortiert beim Recycling landet, um durch recyceltes Kunststoffgranulat wieder zu einer Dose oder ähnlichem zu werden.
Dies kann jedoch nur funktionieren, sofern diese Dose und ihr Material recyclingfähig sind und vor allem im richtigen Mülleimer gelandet sind. Im Restmüll gelandet, wird sie mit Sicherheit in kein zweites Leben finden. Ist das Material nicht recyclingfähig, wird es ebenfalls verbrannt.

Recyceltes Kunststoffgranulat wird für viele recycelte Produkte eingesetzt, was erstmal ja gar nicht schlecht ist. Aber wie nachhaltig ist eine Hose aus recycelten Kunststofftextilfasern, wenn sie vor allem aus Fernost kommt?
Grundsätzlich ist es am besten, wenn aus einem Material zunächst erstmal wieder das gleiche Produkt hergestellt wird. Beispiel PET-Flaschen mit Pfand.
Ob das aber auch immer so geschieht, können wir auch nicht genau nachvollziehen. So viel Abfall wie produziert wird, kann eine Gesellschaft gar nicht wieder aufbereiten. Verschiffung von Abfall in ferne Länder, sollen diese doch sich damit rumschlagen, ist leider gängige Praxis. Jedoch der falsche Weg.

Du siehst, es ist gar nicht so einfach nachzuvollziehen, was letzten Endes mit unserem Abfall passiert und wie nachhaltig upgecycelte Produkte sind.

So gesehen macht es Sinn aus der Dose einfach ein Schmuckdöschen zu fertigen, qualitativ aufzuarbeiten, damit es mit Langlebigkeit ein zweites langes Leben und Funktion erfüllt. Und jemandem lange Freude bereitet.

Letzten Endes landet alles im Abfall. Auch das Schmuckdöschen. Sein Leben wurde nur verlängert.
Darum macht es Sinn sich die Ausgangsmaterialien für ein Upcycling-Produkt genau anzuschauen. Und somit zu entscheiden, wie wertvoll und langfristig das Upcycling dessen ist.


Der beste Weg für mehr Nachhaltigkeit ist weniger Abfall zu produzieren und den notwendigen möglichst nachhaltig zu gestalten und herzustellen. Ein langer Weg.


Der Ansatz zur Abfallvermeidung muss vor allem zunächst woanders stattfinden. Bei den Herstellern von Verpackungen, Industriematerialien und natürlich muss die Politik endlich Hersteller in ihre Pflicht nehmen. Das gilt für sämtliche Bereiche der Industrie, des Handels und des Marktes.
Aber auch wir als Konsumenten dürfen uns nicht darauf ausruhen, dass andere für den Abfall verantwortlich sind. Wir können durch unser nachhaltiges Handeln im Kleinen dazu beitragen, dass irgendwann im großen Stil ein Umdenken geschieht.


Ein kleines Stück bewegen wir ja auch schon etwas. Weiter so!